Gewässerallianz

Der Dachverband ist Partner der Gewässerallianz Niedersachsen. Dies ist eine freiwillige Kooperation von Unterhaltungsverbänden in Niedersachsen und wird vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geleitet und koordiniert. Mit Hilfe der Gewässerallianz soll die Europäische Wasserrahmenrichtlinie in Niedersachsen umgesetzt werden. Das Ziel ist es, die Gewässer wieder in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. In jedem der teilnehmenden Unterhaltungsverbände ist dafür ein Gewässerkoordinator eingesetzt. Seine Hauptaufgabe ist es, durch geeignete Maßnahmen die Gewässer naturnah umzugestalten. So sollen zum Beispiel Wanderhindernisse entfernt werden oder begradigte Gewässer wieder in einen natürlichen kurvigen Verlauf umgestaltet werden. Auch der Artenschutz spielt eine wichtige Rolle. Eine weitere Aufgabe ist es deshalb, die Unterhaltungspläne an die Anforderungen der vorkommenden Arten anzupassen. Konkret heißt das, dass in Lege- und Brutzeiten gar nicht unterhalten werden darf und im restlichen Jahr bestimmte Bereiche geschont werden müssen. Weitere Informationen zur Gewässerallianz finden Sie hier.

Gebiet der Gewässerallianz mit ihren Partnern


Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Warnau - ein Projektbeispiel

Entlang der Warnau befinden sich noch einige Wanderhindernisse. Eines davon war ein Staubauwerk, dessen Absturz ca. 1,70 m hoch war (Bild 1 - Absturz vor dem Umbau). Diese Höhe kann von aquatischen Lebewesen, wie Fische und Kleinstlebewesen, nicht überwunden werden. Zudem war das Bauwerk bereits marode und an einigen Stellen weggebrochen. Dadurch hätte es über die Jahre seine Funktionalität verlieren können. Ein sinkender Wasserstand oberhalb des Staus kann sich negativ auf das Ökosystem auswirken, da dieses sich auf den vorherrschenden Wasserstand eingestellt hat. Um dem entgegenzuwirken und die Durchgängigkeit wiederherzustellen, wurde das Staubauwerk entfernt. Der Höhenunterschied wurde über ein mäandrierendes Raugerinne mit Beckenstruktur abgebaut. Der Wasserstand oberhalb des neuen Gerinnes konnte somit gehalten werden. Auf den folgenden Bildern ist das Staubauwerk (Bild 2) sowie dieselbe Stelle während (Bild 3) und nach (Bild 4 und 5) dem Umbau zu sehen.

Ein halbes Jahr vor (2017) und eineinhalb Jahre nach (2019) dem Umbau wurde der Fischbestand unterhalb und innerhalb der Umbaustrecke untersucht. Durch den Vorher-nachher-Vergleich sollte festgestellt werden, ob der Umbau den gewünschten Effekt hat, also ob sich wieder mehr Lebewesen ansiedeln. Das Ergebnis war eindeutig: den Lebewesen gefällt die neue Strecke. Die Anzahl an Individuen hat sich deutlich erhöht, bei einigen Arten sogar um das 15- bis 25-Fache! Neu Arten hatten sich bis 2019 allerdings kaum angesiedelt. Man darf dabei nicht vergessen, dass eine Wiederbesiedelung einfach viel Zeit erfordert, da sich das Ökosystem erst an die neuen Gegebenheiten anpassen muss. Auch in den kommenden Jahren sind Untersuchungen des Fischbestands geplant, um die Entwicklung weiterhin zu beobachten.